Geschichte Höhnstedt`s

Schwarz-Grau-Ansicht von Höhnstedt

Bereits im Jahre 973 wurde die Region um Höhnstedt urkundlich als Weinbaugebiet erwähnt. Der Name des Ortes Höhnstedt änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von ursprünglich "zu der hohen Stätte", Hinschtett, Hostede, Honsteth, Hönstede bis hin zur heutigen Bezeichnung. Ortsgründungen mit der Endung -stedt oder -leben sagt man den Angeln und Warnen zu. Es sind germanische Volksstämme, die von der Küste der Ostsee in diese Gegend kamen. Die Gegend ist schon seit Jahrtausenden vor Christi Geburt besiedelt gewesen, darauf weisen bronzene Metallgegenstände hin. Höhnstedt liegt in einer muldigen und einst auch quellenreichen Erweiterung des Wellegrundes, etwa 155 m über dem Meeresspiegel. Es ist eines der unregelmäßig angelegten Dörfer im Seegau. Darin bekundet sich nicht nur die Unebenheit der Dorflandschaft, sondern auch der urtümliche bäuerliche - deutsche Charakter. Hier hat die moderne Bauweise noch nicht überall Einzug gehalten, da sich viele Höfe in baulicher Geschlossenheit zeigen. 1320 kam Höhnstedt in den Besitz des Grafen von Mansfeld und wurde somit dem Amte Seeburg unterstellt. Es blieb bis 1880 in deren Besitz, bis Graf Julius von Ingenheim Schloss und Gut Seeburg an den Rittmeister Wendenburg verkaufte. Noch weitere Aufteilungen und Besitzer von Höhnstedt wären hier zu nennen, doch belassen wir es mit diesen Beispielen. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich Höhnstedt sehr, wie man anhand der kleinen Übersicht sehen kann:

Jahr 
Feuerstellen 
Einwohnerzahl
1582 93 -
1784 117 529
1886 190 1428
1912 202 1447

1886 wohnten 28 Handwerker, 16 Gewerbetreibende und 73 Bauhandwerker in Höhnstedt. Unter den Seeburger Amtsdörfern war Höhnstedt das weitaus größte.

Seit 1850 sind die Hauptstraßen gepflastert und um 1880 legte man die 1,9 km lange Welle, die heute noch existiert und der bekannteste Weg nach Höhnstedt ist, an. Im 30jährigen Krieg blieb Höhnstedt so gut wie verschont. Im Ortszentrum gab es einst eine Poststation. Hier übernachtete der Schwedenkönig während der Napoleonischen Kriege und ganz in der Nähe, an der heutigen Bushaltestelle, steht eine 300 Jahre alte Linde. Das Gemeindesiegel zeigt einen Bauern, der in der rechten Hand drei Kornähren hält und in der linken eine Weintraube. Früher lag zu seinen Füssen noch ein Sack, der, wie man annimmt, für die Fruchtbarkeit des Bodens stand. Die Kornähren weisen auf die drei ältesten Getreidearten, Gerste, Roggen und Hafer hin und somit auf den Ackerbau in und um Höhnstedt. Die Weintraube, wie sollte es anders sein, ist Zeichen des Weinbaus.